… Zurück in Tromsø: und nun? Zum Café Riso. Die hatten aber keinen Kuchen. Also wieder raus. Zum Café Koseligs. Kaffee/Kuchen. Im Supermarkt haben wir uns mit Getränken und Süßem eingedeckt. Als ich eine Schachtel Zigaretten mit dem Kommentar „wow wie teuer“ kaufte, erhielt ich eine lachende Antwort „Naja, das Krankenhaus muss finanziert werden!“ Kurz ins Hotel, um die Fotoausrüstung zu holen. Bei den Rentieren waren wir nur mit leichtem Gepäck unterwegs.

Kurz entschlossen marschierten wir zu dem Laden mit den beiden Trollen (Danke A für dieses Foto), um nachzufragen, ob es noch eine Möglichkeit für eine NordlichtTour am heutigen Abend geben würde. 1. Versuch = Keine Kapazität. Mist. Klar, was verlangen wir denn auch? Die Stadt ist voll Touristen. Jeder will Lady Aurora sehen. Nicht aufgeben, weiter versuchen. Bei DestinationTromsø dann … langer Blick auf den PC-Monitor. Oh, ja, sie hätte gerade drei zurückgegebene Plätze reinbekommen. Prima. Das sind dann wohl jetzt unsere. Und wir brauchen auch nur zwei! Yippih. Last Chance. Wo das CableCar schon seit zwei Tagen wegen Sturm geschlossen hat, der Hausberg völlig verwaist ist und über Tromsø eine dicke Wolkendecke kreist… Aurora – schnall Dir schon mal die Ballerinas an – wir kommen. A und ich hätten das TourMädel im Office vor Glück knutschen können. Bezahlt und raus. Erstmal knuddeln vor Freude. Und in nicht einmal zwei Stunden geht es auch schon los. Wie genial ist das denn. Wir sind echte Glückspilze.

Die Zeit bis zum Treffen haben wir uns mit dem Fotografieren am Hafen vertrieben.

Die fette Bewölkung machte zwar einen grünen Eindruck, aber die Aurora selbst tanzt weit über den Wolken.
Eine Toilette vor Abfahrt wäre Klasse. Wir haben nicht lang überlegt. In den Hintereingang zu „Pastafabrikken“ gemogelt. Die ToiTür mit dem bekannten GeheimCode vom Vortag geknackt. Yippih. Alles läuft. Aurora – mach Dich warm, wir sind bereit!

18.30 Uhr am ScandicHotel. Das Auslaufen der heutigen Hurtigruten Nordnorge beobachtet. 18.45 Uhr bei Kevin und Chris angemeldet. Die letzten zwei, das sind wir. Ganz bestimmt. Guck mal ganz unten. Gerade eben angemeldet. Und tatsächlich. Ab in den Bus. In der zweiten Reihe einquartiert, das Stativ und die Kamera schon schussbereit in den Händen.
Kevin – Biologiestudent aus D hat einiges Lustiges aus seinen 3 Jahren vor Ort erzählt. Fischöl und Lichtschirme gegen Winterblues etc..
Nach 55 Min. Fahrt gab es 15 Min. Pinkelpause. Menno. Wir müssen zur Lady Aurora. Hätten die nicht vorher piseln gehen können? Ich wurde ungeduldig, Dann endlich weiter. Chris -Biologiestudent aus F genaue CamAnweisung an alle Knipser gemacht „Nehmt jetzt Eure Cam in die Hand. Wir lassen das Buslicht dafür an, stellt Eure Cam jetzt auf M….“ Die Fotografen unter uns sind selbstverständlich schon mit den Voreinstellungen an der Cam in den Bus gestiegen 😉
Erste funkelnde Sterne draußen im Vorbeiflug. Erste große AuroraAktivität vorn an der Windschutzscheibe. Bitte bleib. Bitte nicht wegtanzen! Nach 2 h Busfahrt durch die Alpen Ankunft im stockfinsteren Camp in Skibotn. Einweisung? Kote? Wer welche? Huch, wir stehen im Wasser? Auf einem Fjord? Ach, gefroren? Ach was. Uninteressant!

Lady Aurora tanzt rotgrün – da soll ich zuhören? Neee.

Stativ hingestellt und die ersten Fotos geschossen. Die Guides waren nur am Lachen über meine Angst, die Lady würde sich aus dem Staub machen.

Bezaubernd schön.

In der Stille meint man, sie knistern zu hören.


Es war gegen 22.30 Uhr, als Lady Aurora alles gab. Irre. Sie zauberte u. a. einen Engel und einen Oktopus an den Himmel genau über uns. Unglaublich schön. Zwischendrin habe ich meine Schuhe und Handschuhe mit der Heizung versorgt. Notwendig war aber lediglich die Handschuhheizung.

Dann weiter. Bloß nichts verpassen!


Gefühlte 200x auf den Auslöser gedrückt. Wenn die Cam nicht immer so lange zum Malen und Schreiben bräuchte…. 

Gegen 23.30 Uhr – trotz Adrenalin – man brauchte eine Pause. Auch Lady Aurora legte eine ein. In die Kote. Tee getrunken, Kekse genascht. Bulette am Stock ins Lagerfeuer gehalten und gemampft. Pfannkuchen mit Banane wurden gebacken. Marschmellos geschmort. 0.30 Uhr wurde für die Abreise zusammengepackt. Viele saßen da schon schlafend im Bus.

A, ein älterer Brite und ich waren die Letzten und immer noch am Fjord beschäftigt – noch ein letztes Foto

und noch ein letztes und bitte noch eins, nur noch ein einziges ….
Um viertel 3 in Tromsø. Ins Hotel gejoggt. Füße heiß. Obligatorischen Gute Nacht Tee getrunken.
Was für ein Tag. Überglücklich. Müde und kaputt und dennoch so aufgekratzt sind wir wenige Minuten später eingeschlafen.

4 thoughts on “Tromsø – Dienstag – Lady Aurora

  1. Ich freu mich so sehr für Dich, dass es geklappt hat – wärest Du hier, würde ich Dich jetzt drücken wollen 😀 Sehr sehr schön!!!! Die Trolle find ich auch lustig 😀

    1. Wenn man es live erlebt, ist es zeitweise so atemberaubend, dass man tatsächlich in Schnappatmung verfällt.

  2. Egal, wie kalt es ist – wenn die Aurora tanzt ist das bei Fotografen egal. 😉 Ich freue mich sehr für Dich, dass es geklappt hat!

    LG Andrea

    1. Stimmt, der Anblick ist unglaublich spektakulär – man vergisst alles um sich herum.
      Danke, dass Du mit mir gefiebert hast.

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