Die Mädels-Tour 2019 führte uns zu den Oranjen, nach Holland. Bereits am Dienstagabend begann für mich diese Tour, um das 1. Mädel aus dem Ländle abzuholen. Dort durfte ich nach vielen Jahren mal wieder eine Blindschleiche beobachten.

Und was für ein schönes Exemplar. Sie hatte mich begleitet, als ich meine Tasche aus dem Fred auslud.

Am folgenden Morgen ging es nach dem Frühstück nach Köln. Erstaunlicherweise kamen wir trotz des üblichen Werkverkehrs ohne größere Probleme oder gar Stau mit einem kurzen Stopp zum Füße vertreten durch. In der Innenstadt angekommen, gab es erst einmal ein Erfrischungsgetränk für Fred, bevor wir ihn zum Schläfchen ins Parkhaus brachten. Danach setzten wir uns in ein Café am Dom und ließen uns Kaffee und Kuchen schmecken und warteten auf den einen Zug. Gegen 14.30 Uhr trafen die beiden anderen Mädels ein. Nach weiteren Getränken zogen wir mit Fred gegen 16 Uhr auf die Autobahn Richtung Aachen. Die Fahrt war prima, bis wir ca. 10 km vor Antwerpen zum Stehen kamen. Grrrrr. Auch regnete es immer wieder mal mehr oder weniger stark. „Wenn Engel reisen“, ach lassen wir das 😉    

Gegen 19.30 Uhr bezogen wir unser Haus in Wemeldinge in Zeeland. Wir hatten ein schönes Häuschen mit 3 Schlafzimmern in der Nähe der Deichtreppe und dem Strand. Gleich nach der Ankunft waren wir uns einig, nicht mehr zum Essen fahren zu wollen, und so deckten wir den Tisch im Esszimmer und knabberten an unseren mitgebrachten Köstlichkeiten.

Den Sonnenuntergang genoss ich mit meinem Mama-Mädel auf dem Deich und am Strand beim Muschelsuchen, während die anderen beiden Mädels gemütlich vor dem TV saßen.

Nächster Morgen (20.06.)  nach dem Aufstehen trank ich draußen im Garten alleine einen Cappuccino, bevor ich zum Einkaufen in den Supermarkt aufbrach. Wieder im Haus frühstückten wir in aller Ruhe. Gestärkt fuhren wir nach Middelburg zum Wochenmarkt,

nach Veere zum Mittagessen, nach Neltje Jans zum Robben gucken

und schließlich weiter nach Renesse zum Schnaps kaufen und Kaffee trinken. Ein Appeltaart met Slagroom gehörte natürlich dazu. Schließlich ging es weiter nach Scharendijke mit einer Ehrenrunde um den Yachthafen sowie nach Zierikzee, um im „AM“ zu stöbern. Abends saßen wir völlig fertig von den verschiedenen Eindrücken der Städte gemütlich vor dem Haus und genossen unser Abendessen.

Der neue Tag begann wie der Vorige: mit einem einsamen Cappu, mit einer Solofahrt zum Einkaufen (Bäcker und Supermarkt) und mit einem gemütlichen Frühstück. Anschließend fuhren wir nach Delft, parkten Fred bei Phoenix und trollten uns zum Café, vor dessen Sitzbereich an der Gracht sich das kleinste Museum der Welt befand, welches derzeit eine Buchausstellung beherbergte. Nach einem Schwätzchen mit dem hauseigenen Ara, der sich erst bemerkbar machte und drauf los plapperte, sobald man in der Toilette verschwand, schlenderten wir zum Marktplatz, um anschließend mit einem kleinen Ausflugsboot auf den Grachten Delfts herumzuschippern. Hier lernten wir die wichtigsten Stationen und Gebäude dieser Stadt kennen.

Sehr schön, sehr beschaulich.

In einer kleinen Delftmalerei bestaunten wir die Ruhe, die eine Malerin mit ihrem Pinsel ausstrahlte, als sie kleine Delft-Schälchen bemalte. Jeder Pinselstrich saß. Selbst die von mir nervig gestellten Fragen konnten die Malerin nicht aus der Ruhe bringen.

Während wir bei einem Erfrischungsgetränk nach dem Käsekauf einige Hochzeiten und diverse Entertainments auf dem Marktplatz beobachteten, kam mir die Idee, Delft aus der Vogelperspektive zu bewundern, und so stiefelte ich kurzentschlossen ohne die Mädels auf den Turm der Marktkirche. Eine irre enge Wendeltreppe, die Stufen unterschiedlich hoch und breit aus Holz mit Lücken und ausgelatschten Steinen, die Decke an manchen Stellen unglaublich tief oder sonstige Stoßgefahren.

Oben angekommen machte ich ein paar Fotos, genoss den Ausblick, versuchte mich zwischen den Türmen bei meinen 3 Mädels durch Winken sichtbar zu machen, um direkt wieder herunterzukraxeln. Unten angekommen sammelte ich meine Mädels ein, löste Fred beim Phoenix aus, und dann ging es über Land durch das Oranje-Land zurück nach Zeeland, nachdem wir in Rotterdam den Stau hinter uns ließen. Während sich die Mädels vorm TV vom Tag erholten, wanderte ich ein kurzes Stück allein auf dem Deich entlang. Frau Sonne hat sich heute nicht verabschiedet. Zu dichte Wolken standen im Weg.

Auch der kommende Tag begann fast wie der Vorige mit einsamen Cappu und solo Einkaufsfahrt. Nur das Frühstück begann etwas später als geplant. Während sich ein Mädel an der Kaffeemaschine versuchte und diese zum Überlaufen brachte, versuchte ein anderes Mädel, diese zu retten. Als dies nicht möglich war, stülpte sie die Maschine unter den Wasserhahn. Meinen Versuch, dieses Vorhaben nicht im elektrischen Chaos enden zu lassen, startet ich wohl zu spät. Denn dass plötzlich gar keine Musik mehr zu hören war, nahmen wir gar nicht wahr. Die Sicherung war schon längst geflogen. Letztlich klappte es dann doch noch mit dem gemütlichen Frühstück. Ausgerechnet heute hatte ich gedrängelt… wir wollten doch nach Rotterdam. Und da fuhren wir dann auch hin. Direkt unter der Markthalle, die zwar riesig ist, ich mir aber viel größer vorgestellt hatte, deswegen jedoch nicht weniger toll ist, parkte ich Fred.

Wir liefen durch die Markthalle, probierten hier portugiesische Pasteiges und dort Schokolade, Nüsse und Käse und tranken jeder einen leckeren frisch gepressten Obstsaft und bewunderten die zum Teil sehr bunten Stände. 

Den Samstag hatte ich extra für den Rotterdam-Besuch gewählt, da vor der Markthalle ein weiterer Markt aufgebaut war.

Auch hier schlenderten wir durch die vielen Gänge, schauten uns die Kubus-Häuser und die nähere Umgebung an und fuhren zum Erasmus. Fred bekam erneut einen schönen Garagenplatz, während wir auf der großen Hafenrundfahrt alles Wichtige über diesen besonderen großen Hafen erfuhren und das schöne Wetter genießen konnten. Anschließend naschten wir noch Eis, lösten Fred aus und fuhren erneut via Land nach Zeeland zurück.

Auf dem Weg dorthin hielten wir am großen breiten Strand, setzten uns in die Dünen und beobachteten das bunte Treiben der diversen Surfer. Schließlich sind wir mit Fred nach Zierikzee auf Kaffee und Kuchen gefahren. Anschließend noch den kleinen Yachthafen bewundert und zurück ins Häuschen. Nach dem Abendessen ging es mit dem MamaMädel noch einmal auf den Deich zum knallig roten Sonnenuntergang. Huch, was springt denn da? Schweinswale, wie kitschig und süß. Sie blieben die ganze Zeit an einer Stelle mit ca. 50 m Abweichung. Wie schön.

Später sind wir noch bis zu den Windmühlen hinter dem Yachthafen in Wemeldinge und schließlich zurück zum Haus gelaufen.

Und wieder begann ein neuer Tag mit demselben Ablauf wie an den Vortagen: einsamer Cappu, solo Einkaufsfahrt, ausgedehntes Frühstück. Mit der Decke und reichlich Sonnencreme unter dem Arm ging es an den kleinen Strand hinterm Haus. Hier sonnten wir uns, sammelten Muscheln und ja, wir stürzten uns sogar 2x in die Fluten. Auch ich! Und das ohne Neopren und Schuhe! Welch Seltenheit. Ich schwamm eine ganze Weile draußen herum. Am Strand wurde es dann zum Liegen zu heiß, also zog es uns zurück zum Häuschen. Nachdem sich alle ausgiebig beim Duschen abgekühlt hatten, liefen wir in die kleine Stadt zum Essen im Restaurant, schauten uns danach hier und da diverse schöne Dinge an und ließen den Tag am Häuschen ausklingen. Zum Sonnenuntergang stiefelte ich noch einmal auf den Deich – die Schweinswale hüpften freudig herum. Später lief ich mit dem Mama-Mädel zur alten Schleuse und zu den Windmühlen, die ich unbedingt bei Nacht fotografieren wollte. Un-Lustigerweise ging die schöne Bestrahlung der großen Mühle während meiner Fotosession einfach aus.

Der letzte Morgen begann ähnlich wie die Vortage, nur das Einkaufen stand nicht mehr auf dem Plan. Reste vernichten war angesagt. Nach dem ausgiebigen reichhaltigen Frühstück packten wir unsere Sachen, machten etwas Ordnung und fuhren auf die Autobahn Richtung Köln. Am dortigen Hauptbahnhof angekommen, wurde Fred wieder geparkt und im Brauhaus am Dom Mittag gegessen. Gegen Abend setzten sich 2 Mädels in den Zug, während wir anderen 2 Mädels mit Fred zurück in den Hohelohekreis fuhren. Am späten Abend war ich zurück in KA.

Die 5 Tage mit den 3 Mädels in Holland waren sehr schnell vorüber. Wir hatten eine schöne Zeit, haben einiges gesehen, diverse Eindrücke eingesackt, hatten zu jeder Zeit wirklich viel zu lachen. Rundum, es war eine sehr schöne harmonische gemeinsame Auszeit bei den Oranjen. Danke Mädels für die schönen gemeinsamen Erinnerungen!