0.01 Uhr, der Wecker klingelt. Huch, war ich in dieser Woche nicht schon genug im Job? Warum muss ich los, Job oder Termin? Verflixt, welcher Tag ist denn heute? Samstag! Warum muss ich so früh raus? Ah richtig, das Wochenende im Norden steht an. Aus dem Bett gehopst, unter die Dusche gesprungen und schließlich zum Koffer getanzt – die Treppen hinunter gehüpft.
Fred geweckt und ab auf die Autobahn – in der dunklen Nacht war ich nun eines der vielen roten Rücklichter.

Es ging gut voran. Nach 3 Stunden Fahrt in Kassel erster Boxenstopp: ich brauchte einen kalten Moccaccino. Besser 2. In Langwedel – ganz nach alter Manier aus früheren Zeiten – gab es den 2. Boxenstopp, auch Fred bat um eine sehr kleine Erfrischung.
Als das 1. Mal ‚Otterndorf‘ am blauen Autobahnschild erschien, klatschte ich vor großer Aufregung. Alles war jetzt schon irgendwie wie früher: nämlich sehr aufregend.
Am Autobahnende verließ ich den Kreisel an der 1. Ausfahrt und hielt mich nicht mehr lange auf der 73 auf. Ich bog ab auf die gräserne Pflasterstraße. Nach einigen 100 m hinter den letzten Häusern belagerten einige Fasane die Straße. Es war früh am Morgen. Es war so schön anzuschauen; ich wollte diese Morgenstille nicht mit dem Hupen durchbrechen und rollte deshalb langsam an die Fasanengruppe heran. Alle zogen langsam ab. Nur ein Fasan stand bis zum Schluss mitten auf der Straße, als ich mit dem Fred nur noch wenige Meter entfernt war. Er überlegte wohl noch, entschied sich dann aber doch, zum Straßenrand zu gehen. Dort angekommen, hatte er es plötzlich eilig und fing an zu laufen. Und es kam, wie es kommen musste: er rutschte auf dem vom Tau noch nassen Gras aus und  bremste mit dem Schnabel, während der Hals länger wurde und er bäuchlings auf der Grasnabe entlang rutschte. Jetzt war alles zu spät. Ich hielt an, lachte mich schüttelnd laut und beobachtete, wie der Fasan sich wieder auf die Füße rappelte und weiterlief 🙂 sehr lustig.

Die Spannung stieg mit jedem Meter weiter. So viele Jahre war ich nicht mehr hier. Mehr als ein Jahrzehnt.

Und dann war ich da 🙂

Fred wurde geparkt. Ein Hahn krähte vor sich hin. Ja, Ihr Faulpelze, gleich 8 Uhr – Frühstück!
Auf dem (recht kühlen Weg bei 14°) ins Zeltdorf kam mir ein Pärchen entgegen, er zu ihr: „die sieht aus wie Katrin“. Darauf ich: „Dann wird wohl auch Katrin drinstecken“.

1. Weg zu B. ins Zeltdorf Waldheim.

2. Weg auf den Deich.

Ich bin da, Wasser weg.

3. Weg einmal ums Camp.

Es war kalt und regnerisch.

Unglaublich, ich traf so viele Leute von früher, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte. Wahnsinn. Toll war das. Nur der Regen war blöde.

Mittags gab es keinen Milchreis, sondern Nudeln. Milchreis gab es gestern. Puhhh, Glück gehabt!

Nachmittags fuhr ich mit B. nach Ott, wir tranken Kaffee, mümmelten Torte und Eis bei Ex-Brünings und erzählten. Stoff gab es ja genug 🙂
Nach dem Abendbrot saßen wir schön im Großzelt. Gegen 21.30 Uhr stiefelte ich in die Kantine, kaufte mir 2 Flens und fuhr mit dem Rad zum Deich. Die Aida Cara sollte nämlich um 22 Uhr vorbeikommen.

Mit einigen anderen aus meinem Dorf genoss ich den Anblick auf dem Deich und zog anschließend zu einem feucht fröhlichen Abend zurück nach Waldheim.

Gegen Morgen stopfte ich mich in den Schlafsack und schlief bei den herrlichen Geräuschen und der frischen Luft direkt ein. Pünktlich um 7.30 Uhr knackte es im Lautsprecher über mir, und die Morgensendung begann. Mit mehr oder weniger nerviger Musik (Weathergirls, AC/DC etc.), Witz und Rätsel. Ich stand danach auch auf, ging duschen und sparte mir aber das Frühstück. Vorm Mittagessen kleine Verabschiedungsrunde, und dann machte ich mich auf den Heimweg.

Tschüüß Ott! Bis 2020!!!

In Hemmoor stoppte ich nochmal zum Gucken und Tauchluft schnuppern, konnte jedoch keine bekannten Gesichter entdecken (obwohl doch jemand da war, wie ich leider erst später erfuhr: Wiebke, nächstes Mal vorher schreiben!) und fuhr weiter nach Hamburg.

Einladung vom Bohlen? Nee, ich musste nur durchfahren, um ans Ziel zu kommen.

Mit der Familie habe ich noch schön Kaffee getrunken und herumgewitzelt, bevor ich mich auf den weiten Weg zurück in den Süden machte. Im Süden qualmte der Straßenbelag. Es hatte geregnet, war aber noch warm. Irre, diese Temperaturunterschiede. Nach nur 46 Stunden Ausflug war ich wieder zu Hause. Schön war es. Mein Versprechen aus 2015 habe ich eingelöst. Und ein Nächstes gegeben: es soll nicht wieder so lange dauern bis zum nächsten Besuch.

1 thought on “Versprochen ist versprochen ;-)

  1. Gut, dass du ein super schönes Wochenende hattest. Die Geschichte mit dem Fasan klingt lustig, kann mir gut vorstellen, wie du gelacht hast. Achja Hemmoor, da kommen auch bei mir Erinnerungen hoch, lustig!

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