Kommt mir das nur so vor, oder geht es Euch auch so? Die Zeit rennt und rennt und rennt – nur wohin?

So ist es schon wieder 2 Wochen her, als ich mit Jü und dem vollgepackten Kangoo zum ersten Mal auf dem Straßenweg nach Griechenland aufgebrochen bin. Unsere Tour begann am Donnerstagmorgen, 1 Uhr, und ging über Bayern, Österreich (Salzburg nach Villach), Slowenien (Ljubljana), Kroatien (Zagreb) nach Serbien (Belgrad). Bis Kroatien kannten wir uns gut aus, waren wir doch schon einige Male mit Kangoo auf Dugi Otok. In Serbien fielen uns sofort die saubere Autobahn, das gepflegte Nebendran der Autobahn und die freundlichen Menschen auf der Raststätte auf.

Von der Autobahn aus sah man irre viele Lost Places, teilweise noch vom Krieg beschädigt – oh man, ich hätte ständig anhalten, aussteigen, fotografieren wollen. Aber wir mussten ja weiter, wollten irgendwann am nächsten Tag in Griechenland auf unserer Insel Zakynthos ankommen. Hatten keinen Zwischenstopp vorgesehen, fuhren also ohne Übernachtung, nur mit kurzen Pausen, durch. In Nis wollten wir ursprünglich über Bulgarien nach Griechenland einreisen. Aber irgendwie war die Autobahn zu Ende. Wir mussten ca. 3 km über Land tuckern und waren dann wieder auf der Autobahn, allerdings Richtung Nordmazedonien. Es wurde dunkel. In Mazedonien wurde aus der Autobahn plötzlich wieder eine für dt. Verhältnisse zweispurige Landstraße, die nicht nur durch etliche Tunnel, sondern auch über einen Bergpass führte. Gut, dass es dunkel war, und wir das Tal nicht sahen. Es muss schon irre hoch gewesen sein. Oft lagen auf der Straße Brocken vom Steinschlag.

Den Pass verlassend kamen wir an der Grenze am „Flamingo Casino Hotel“ vorbei. Erst gar nichts. Alles dunkel. Keine Wohnung hatte irgendwo Licht an. Und dann dieses riesige, hell beleuchtete Casino im Nirvana. Irre. Über die Grenze in Gevgeli sind wir nach GR gehüpft, dann weitere ca. 600 km durch griechisches Land bis Patras.

Dort über die hübsche Brücke, die über den Meereszufluss Richtung Kyllini führt.

Bärenwarnung. Aber wir haben natürlich keinen Tapsigen entdecken können.

Gerade in Kyllini mit dem Kangoo auf den Parkplatz gerollt, legte die 9.00 Uhr Fähre ab. Schade. Aber nicht schlimm. Wir gönnten uns in aller Gemütlichkeit Kaffee und Erfrischungsgetränke, eine Toilette sowie einen Spaziergang, und dann durften wir mit dem Kangoo die nächste Fähre erobern.

Tschüß Kyllini!

Gut eingeparkt sahen wir uns diese Fähre „Mare di Levante“ genau an.

Mit langer Rolltreppe vom Auto in die Restaurants und Aufenthalts- / TV-Räume mit Fußmassagesessel.

Wir tranken Kaffee und setzten uns Backbord zum Schauen und Genießen.

Nur 1,5 Stunden später fuhren wir in Zakynthos von der Fähre in den Hafenstau und weiter zur Basis nach Limni Keriou. Dort angekommen, begrüßten uns alle sehr herzlich, wir erfrischten uns und durften schon kurz darauf unser bzw. Jü neues Haus beziehen.

Direkt an der Hauptstraße, gegenüber der alten Omi, die immer ihre handgewebten Teppiche und Gewürze verkauft. Schon so oft sind wir an diesem Häuschen hinter dem dichten Bewuchs vorbeigefahren, niemals haben wir es beachtet. Und nun wohnen wir dort, okay, ich ja nur für 2 Nächte. Wir ruhten uns kurz aus, machten uns frisch und waren vom Nachmittag bis zum Abend in der Basis. Dort quasselten wir und beobachteten das Treiben. Später fuhren wir zu „Nikolas“ am Hafen und ließen uns die griechischen Köstlichkeiten schmecken. Natürlich wurden wir von der Familie direkt wieder erkannt und so bekamen wir die besten Begrüßungswünsche, die man sich in einem fremden Land nur wünschen kann.

Samstagvormittag fuhren wir einkaufen, erledigten gleich noch Wege für die Basis, hübschten das Häuschen auf, ließen uns den Kuchen bei unserem Stammbäcker schmecken und waren zum Abend wieder in der Basis. Samstag = Mezze-Abend, und so half ich beim Bedienen der Tauchgäste und servierte die von Joana, Püppi und Laura zubereiteten griechischen Tappas. Wenn man die Treppe so einige Male am Abend hoch- und herunterstiefelt, dann weiß man echt, was man getan hat. Hui.

Sonntagmorgen klingelte um 6 Uhr der Wecker. Kaffee auf Jü. Terasse, kurzer Kaffee in der Basis – und dann fuhr mein „Taxi“ mit Püppi als Fahrerin auch schon zum Flughafen. Dort angekommen, warf ich noch ein paar Gäste-Postkarten in den Briefkasten und ging direkt durch zum Gate. Klar, ich hatte ja auch keinen Koffer oder irgendwas bei mir. Die Maschine ging pünktlich. Gleich nach dem Abflug bzw. auf Flughöhe angelangt, bin ich eingeschlafen.

In FRA angekommen, schob ich mich direkt zum weit entfernten Fernbahnhof durch die Gänge, wenngleich ich auch wusste, dass ich den Zug Richtung KA wohl nicht mehr schaffen würde. Dazu hatten die Leute im Flieger zu lange gebraucht, und ich musste ja auch noch Ticket-Tetris am Automaten spielen, um eine gültige Fahrkarte zu erhaschen. Jedenfalls kam ich am Bahnsteig an, als der Zug schon längst rausgefahren war. Der nächste mit einmal Umsteigen in MA sollte Verspätung haben. Nicht viel, aber immerhin so viel, dass der Anschlusszug die 4 Minuten nicht warten würde. Schade. So saß ich in MA und wartete auf den nächsten Express Richtung KA. Letztlich noch mit der Strapazenbahn durch die Baustellenstadt gerollt und dann war ich – um halb 4 Uhr am Nachmittag schon wieder zu Hause.

So kurz kann eine Griechenlandreise sein.

1 thought on “Straßen-Abenteuer & Kurzurlaub

  1. Frag nicht…. Seit 3 Tagen wieder Schule und gleich 3x wöchentlich EHTraining, da habe ich nach 3Tagen schon keinen Plan mehr wo die Zeit hin rennt. Der Tag fängt an und ist gleich wieder zu Ende.

    Ganz ehrlich, was Du da machst… Aus dem Alter bin ich eindeutig schon rausgewachsen (dabei bin ich jünger als du :-). Das wär mir eindeutig zu viel Stress, Anstrengung. Aber cool, dass du die Kraft dafür hast ;-).

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