Tag 18

Früh aufgestanden. Kurze Cappuzeit allein auf Balkonien. Kaffee in der Tarverne. Gerödel gerafft und Töff beladen. Mit der „Neraki“ zum Tauchplatz Keri Caves gefahren. Dies hatte sich M. gewünscht. Mir war es egal – ich fand es insofern gut, da M. eigentlich Angst vor Höhlen hat, sich aber dieser Angst stellen wollte. Also warum nicht Keri Caves?!  In der großen Höhle den schmalen Einstieg nach unten genommen, links heraus, Nischen besucht und zu einer weiteren Höhle geflosselt, vor deren Eingang ich ein 1€-Stück fand. Beim Eintauchen in diese Höhle kam uns D. mit seiner Gruppe entgegen. Wir tauchten tief hinein und via rechten Tunnel (Höhle in der Höhle) wieder hinaus. M. war schon vor mir am Heraustauchen, als ich rollende Augen im Sand wahrnahm. Eine Scholle, dachte ich erst. Aber Moment: warum hat diese Scholle einen mittigen Mund? Und warum hatte der Mund so riesige Zähne? Und bei genauerer Betrachtung: warum gab es eine Nase und eine kreisrunde Gesichtsform? Ganz einfach: es war eben keine Scholle. Ein Petermännchen war es aber auch nicht! Dieses Gesicht kannte ich – von Lembeh! Stargazer hieß des Rätsels Lösung! Ich funkelte M. mit der Lampe an, damit sie dieses hübsche Etwas auch bestaunen konnte. Um ihr eine Vorstellung von diesem Gesicht im Sand zu geben, „schaufelte“ ich das Tier frei. Dieses schwamm einen Meter weiter und grub sich unter Schnappatmung wieder im Sand ein. Was für ein Fund!!! Ich war außer mir vor Freude. M. bemerkte meine außerordentliche Freude und konnte sich somit vorstellen, dass es sich um etwas Besonderes handeln musste. Wir klatschten uns ab und freuten uns mit schwebendem Tanzen wie kleine Kinder  😀  Als wir aus der Höhle kamen, war es schon so spät, dass wir den kleinen Torbogen links liegen ließen und direkt zurück zum Boot paddelten. Oben angekommen, konnte D. gar nicht mit uns schimpfen, weil er unsere Begeisterung über eine irre Begegnung direkt erfuhr 🙂

Zum 2. Tauchgang fuhren wir nach Marathonisi Island – M. und ich gingen als Letzte von Bord. Zum linken Außenriff tauchend kamen wir an schönen, zum Teil bunten Felsen mit Löchern vorbei. Das „versprochene“ Seepferd fand ich natürlich nicht. Aber ich denke, es gibt dort mittlerweile gute Voraussetzungen, dass sie sich bald ansiedeln könnten (die gelben Röhrenschwämme sind bereits am Niederlassen und Wachsen). Am Außenriff fanden wir nicht nur besonders schöne Fische, sondern neben diversen Zackis und Brassen auch eine große Triton. In einer kleineren Triton wohnte ein ängstlicher Einsiedlerkrebs. Unter einem Felsenhaufen fand ich einen lustigen Bärenkrebs. Auf der anderen Seite des Felsens wartete eine große Schule Brassen auf uns, und wir fanden ein schönes Ensemble im Seegras aus zwei großen Steckmuscheln mit Röhrenwurm und Drachenkopf sowie zwei besonders schöne große Fischlis. Der Tauchgang war zwar nicht soo speziell, aber trotzdem sehr schön.

In der Basis haben wir auf unseren Fund angestoßen 😀  Da wir abends mit A. auf dem Campingplatz verabredet waren und in der Taverne kein Stress  war, konnte ich früh gehen. Schnell geduscht, M. abgeholt und losgefahren. Wir fuhren vorab noch einmal zum Olivenmuseum, welches ich M. zeigte und kaufte für uns noch einmal Öl.

Dann zum Campingplatz mit der phantastischen Aussicht. A. kam uns entgegen und zeigte M. seinen Stellplatz. Schließlich saßen und aßen wir zu viert gemütlich unter dem Vollmond und hatten einen schönen Abend. Spät fuhren wir zurück. Mit M. noch auf unserer Bank gesessen.

Tag 19

Frühes Aufstehen war angesagt. 8.30 Uhr war Treffen. Die Wracktour sollte es werden. A. hatte sich leider abmelden müssen, seine Ohren wollten nicht. Für M. war die Tour leider noch nichts. Somit sollten J. und ich die einzigen Gäste sein. Dann aber kam ein Anruf. Wracktour abgesagt. Ich war traurig, wusste nicht, was ich sagen sollte. Noch viel schlimmer war aber für mich, J. trauriges Gesicht ertragen zu müssen. Die Enttäuschung war groß. J. räumte alle Tanks wieder in den Kompressorraum. Noch einmal klingelte das Telefon, P. Völlig demotiviert murmelte ich, dass es so schade für J. wäre. Er bekam diese Tour erst am Vorabend als Überraschung, sein Abschiedsgeschenk für 2 Jahre Arbeit, präsentiert. Letztendlich wurde die Tour dann doch nicht abgesagt. „Alles auf Null!!“. Wir würden fahren. Juhu. Die Augen von J. leuchteten. Alle Tanks wieder raus. Zu dritt fuhren wir auf dem Töff zum Hafen, beluden das Boot.

Abfahrt. Bei bestem Wetter. Am Wrack dann zu dritt hinunter. Riesige ZackiAugen beobachteten uns. Einmal das Wrack umkreist. Die Sicht war jetzt nicht der Hammer. Aber egal. Wir waren dort! Mittags abgehangen, Sandwich gemampft, ausgeruht. Dann noch einmal hinunter zum Heck, durch den Laderaum hindurch, an den LKWs vorbei. Mit J. noch was länger im Frachtraum gewesen. Er war am Grinsen. Durch die Maske. Über beide Ohren. So schön anzusehen. Es freute mich sehr für ihn.

Auf der Rückfahrt mit J. auf dem Bug gelegen, später dann mit Jü oben am Steuerstand gesessen, während der Käpt’n schlief. Schön wars.

Abends mit Jü auf dem Balkon gesessen, als L. anrief. Ob wir nicht vorbeikommen wollten – es wäre doch unser letzter Abend. Wir fuhren direkt los. Bei L./P. erzählt, angestoßen auf eine schöne gemeinsam verbrachte Zeit, Danksagungen. 22.30 Uhr zurück.

Es saßen noch einige NachtTaucher vor der Tauchbasis. Habe M. mit Kangoo nach oben gefahren und mit ihr bis 1.30 Uhr morgens auf unserer Bank gesessen und erzählt. Gute Nacht Zante.

Tag 20

Abreisetag für uns. Früh in die Taverne. Mit M. Spiegeleier gegessen, erzählt.  Zurück im Zimmer die Klamotten gepackt, Kangoo beladen. Das hatte schon ein bissel was von Auszug. Zur Basis gefahren, Tauchzeugs gepackt und verladen. Mit M. und P. lange erzählt. Auch L. setzte sich dazu, als sie mir ein großes Überlebenspaket überreichte. 12.30 Uhr große Verabschiedung. Auf nach Zakynthos Stadt zum Hafen. Ticketschalter hatte geschlossen. Zum Fährhaus gefahren. Tickets gekauft, zurück zur Mole.

Fähre kam, spuckte viele LKW, Busse und PKW aus, saugte uns ein. Bis zur Abfahrt waren es nur noch 30 Minuten.

 

Kaffee in der Bar gekauft. Eis gab es nicht mehr. Saisonende.

Dann legten wir ab. Das Meer war ruhig. Fliegende Fische gesehen, keine Delfine entdecken können. Ankunft in Kylini. Mussten warten, bis die vielen PKW rausfuhren. Alle wurden so eng geparkt, dass wir nicht zum Kangoo kamen, obwohl wir als 4. Auto ganz vorn standen.

Auf nach Patras. Weiter nach Tessaloniki, Nord Mazedonien, Serbien. Dort haben wir uns nach dem Snack von L. im Auto abgelegt und 2 Stunden geschlafen. Jü war am Langsamfahren, weil die Sonne noch nicht aufgegangen war und ich unbedingt im Hellen durch Serbien fahren und den auf der Hinfahrt entdeckten Lost Place besuchen wollte. Am besagten Platz einen längeren Stop eingelegt. Ich tigerte in einem stillgelegten Motel herum. Weiter ging es durch Belgrad nach Kroatien und weiter nach Slowenien. Tankstop. Im Ösiland kamen wir spät abends an und fuhren dann doch durch nach D.  Ohne auch nur einen Stau fuhren wir komplett durch. Das hab ich noch nie erlebt. Auch an den Grenzen hatten wir nirgends Wartezeiten. Lediglich an den Mautstationen mussten wir mal 2 oder 3 Minuten warten. Toll.

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