Der Termin stand seit 4 Wochen fest. Unsere Abteilung sollte bei einem Koch-Event zueinander finden, die üblichen Grüppchen aufgelöst werden. Oh je – dazu hatte ich so gar keine Lust, auch wenn ich den Grundgedanken dabei eigentlich ganz schön fand. 8.30 Uhr begann der Tag in dem Restaurant mit 1,5 Stunden dienstlichem Kram in vier Arbeitsgruppen an jeweils einem Laptop. 10 Uhr stellte uns die Restaurant-Inhaberin das 5 Gänge-Menü in seinen einzelnen Arbeitsschritten und die entsprechenden Arbeitsplätze vor. Danach mussten alle – wir waren 21 Personen – zum Pfötchenputzen und Kochschürzenumbinden. Als ich in den Kochraum kam, waren fast alle Plätze schon belegt, aber der von mir heimlich favorisierte Arbeitsplatz mit den Pastinaken glücklicherweise noch frei. Also nahm ich diesen Arbeitsplatz ein. Natürlich haben die üblichen Cliquen zusammen gekocht. So viel dann zu neuer Teamfindung. Hat ja prima geklappt… Jedenfalls hatte jeder eine eigene Aufgabe, jeder musste schnippeln, mixen, rühren und auch braten oder kochen. Als alle mit ihren Zubereitungen fertig waren, es war gerade erst 12.30 Uhr, wurde die Tafel fein eingedeckt. Anschließend gingen jeweils die zuständigen „Köche“ für ihre Gänge in die Küche, um die Teller zu drapieren und zu servieren. Nach dem Essen wurde das Geschirr von den jeweils für den Gang zuständigen Menschen auch wieder abgeräumt und in die Küche zur Spülung gebracht. Danach standen die für den nächsten Gang zuständigen „Köche“ auf und drapierten die neuen Teller; so lief es Gang für Gang. Beim Essen konnte man neben dem klappernden Besteck auf den Tellern ausschließlich viele „ooh“ und „hmmmm“ vernehmen. Jeder sprach davon, wie lecker das Essen wäre. Merkwürdigerweise sagte aber niemand, wie gut der Fisch schmeckte. Entweder war er nicht lecker oder aber, er war einfach nur normal. Der arme Fisch. Der arme Zander 🙁 Das Essen war wirklich gut gekocht, sehr schmackhaft und hübsch angerichtet. Getränke, auch Wein, standen den ganzen Tag zur Verfügung. Nach dem letzten Gang hielten der Chef und auch die Wirtin noch eine Abschlussansprache, und dann verabschiedeten sich auch alle ganz schnell und fuhren nach Hause. Letztlich war es eine schöne Aktion, die super geklappt und auch Spaß gemacht hat – dies lag jedoch nicht an der tollen neuen Teamfindung, sondern ausschließlich an der perfekten Organisation der Wirtin.

3 Reihen Arbeitsplätze und die lange Tafel

Die 5 Gänge
Die Menükarte

2 thoughts on “Kochen zur Teamfindung

  1. Oh lecker sieht es aus!
    Hauptsache es hat trotzdem Spaß gemacht und das Essen ist gelungen und war lecker. Das andere drumherum kann einem Wurscht sein, weil nach der Veranstaltung sich garantiert auch an den Grüppchen sich nichts andern wird.

    1. Es war nichts dabei, was nicht gut schmeckte – vor allem aber, hätte ich diese Speisen niemals selbst gekocht. Das Zanderfilet hab ich nicht gegessen und mir auch erst gar nicht auf den Teller legen lassen.

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