Der Morgen begann mit der Verabschiedung von A. Ich musste das Hotelzimmer vor ihr verlassen, musste früh raus zum Treffpunkt am Hafen, denn heute wollte ich endlich erleben, dass Orcas und Buckelwale doch keine „Disneytiere“ sind. Und natürlich lief ich viel zu früh los, aber ich wollte das Schiff auf gar keinen Fall verpassen. Am Hafen angekommen, traf ich den Meeresbiologen, der mich begrüßte und mir den Weg zum Schiff auf ein Stück Papier malte.

Dort angekommen, betrat ich den großen Katamaran, freundlich empfangen von der Crew. Wow. Zweifelnd, ob ich hier gestern kurzfristig die richtige Tour bei VisitTromsø gebucht hätte, schaute ich mir das Schiff an. Zugelassen für 97 Passagiere. Massentourismus. Darauf hatte ich ja so gar keine Lust. Während ich noch allein war, belegte ich einen Platz, nahm mir eine erste Tasse Tee und beobachtete die Ankunft der anderen Passagiere, von denen ich hoffte, es würden nicht alle kommen. Als der Biologe „Complete“ rief, zählte ich 17 Passagiere. Yippih. DAS war nach meinem Geschmack. Genug Platz auf dem Boot, keine Menschenmassen. Wir liefen aus, und bereits nach 15 min. Fahrt stoppten wir. Der Käpt’n sah Orcas direkt am Stadtausgang von Tromsø. Alle raus.

Meine ersten „Gummiboote“ in Natura auf. Phhhhh. Phhhhh. Sie schnauften, als würden sie sich extrem anstrengen müssen. Sie waren direkt bei uns am Schiff. Tauchten auf, phhhh, tauchten ab. Ein irre Spektakel. Schade, dass es noch so dunkel war. Fotografieren?, fast nicht möglich. Als wir gut durchgefroren waren, fuhren wir weiter Richtung Skjervøy zwei Stunden Fahrt mit dem schnellen Katamaran durch den anbrechenden Morgen. Dort angekommen, sah ich von weitem Orcas, als die anderen Passagiere noch im kuscheligen Unterdeck hingen. Dann stoppte der Käpt’n das Schiff, und wir stellten uns an den Bug.

Ich beobachtete gerade meine ersten Buckeligen (Mutter mit Kalb) und auch Orcas in ca. 50 m Entfernung, als plötzlich neben mir ein Riese schnaufend auftauchte (und nein, über die sorry: Rotze aus seinem Blas habe ich mir keine Gedanken gemacht, vermutlich hab ich darunter aber geduscht).

Es war ein wunderschöner Buckelwal. Er lag direkt neben mir, als wolle er mich besonders begrüßen. So groß. So ruhig. So schön. Selbst wenn ich jetzt daran denke und es hier niederschreibe, so laufen mir wieder Tränen der Rührung über die Wangen (auf dem Schiff froren sie an selbigen fest). Es war ein gigantisches Erlebnis. Leider war auch dieser Buckelige hungrig und zog zu den anderen Tieren.

Die Heringe wurden zusammengetrieben, mit dem Schlagen der Finnen betäubt, und dann fraß einer nach dem anderen. Jeder kam auf seine Kosten. Keine Eile. Dieses Schauspiel wiederholte sich etliche Male. So schade, dass um diese Jahreszeit nur wenig Tageslicht vorhanden ist, und da wir ja schlechtes Wetter hatten, so gar kein Tageslicht war. Man musste die ISO schon extrem hoch ansetzen, um auf dem Bild etwas sehen zu können. Egal. Die besten Bilder habe ich im Kopf – und da werden sie bleiben!

Nach ca. 2,5 Stunden vor Ort mit den wundervollen Tieren (Orcas, Buckelwale, Seevögel) ging es wieder zurück nach Tromsø. Während der Fahrt quasselte ich lange mit dem Meeresbiologen, der übrigens aus dem Baskenland in Spanien war. Er interessierte sich sehr für meine Fotos von der Unterwasserwelt in Indonesien und staunte über die Tiere, die er noch nie gesehen hatte. Alles in allem, war es ein schöner Ausflug. Zu dunkel, aber sonst sehr schön.

Zurück in Tromsø trottete ich erst zum Hotel. Der Regen hörte nicht auf. Also stiefelte ich den Berg hinab in die Stadt, fotografierte noch einmal an der anderen Seite der Tromsdalen-Brücke und kehrte im „Burgr“ ein.

Dieses Restaurant hat rein gar nichts mit den jedem bekannten Schnellrestaurants zu tun, sondern ist ein kleines, nicht gerade preiswertes, Restaurant im „Super Mario“ Stil. Hier können SuperMarioFans in Erinnerungen schwelgen, an altem PC spielen und staunen. Zu essen gibt es ausschließlich Burger, die man der Größe wegen allerdings mit Messer und Gabel essen muss. So leckeres saftiges Burger-Fleisch habe ich noch nie gegessen! Vom „Burgr“ aus bin ich noch etwas durch die Stadt getigert, bevor ich klatschnass den Weg zum Hotel einschlug und es mir vorm TV gemütlich machte. Gute Nacht Tromsø.

2 thoughts on “Nordlichter und Wale – Tag 4

  1. Das wäre was für J… Burger und Super Mario. Aber genial ist, dass Du das Glück hättest Orcas und Buckelwale zu sehen. Herzlichen Glückwunsch!

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