Heute musste ich noch früher raus und am Hafen sein als am Vortag, heute sollte nämlich die Tour sein, die ich schon von Deutschland aus bei GetYourGuide gebucht hatte. Wieder eine WhaleWatchingTour. Am Hafen begrüßte mich Kennet, der Käpt’n und zeigte mir sein Schiff. Am Steg begrüßte mich die „mütterliche Seele“ des Schiffes, Karlinka. Als es sich alle Passagiere im Schiffsrumpf gemütlich gemacht hatten, begrüßte uns Roger, der Guide und Fotograf, von Beruf eigentlich Bootsfahrlehrer. Das kleine Boot war für 32 Passagiere zugelassen, an Bord waren aber nur ein italienisches, ein spanisches, ein französisches Pärchen sowie eine Brasilianerin und eine weiß ich nicht von wo englisch sprechende Familie. Und ich natürlich! Also nur 12 Leute. Yippih. Wieder kein Massenansturm!

Das kleine Schiff fuhr los und machte einiges an Knoten. Wir flitzten über das Wasser – an den offenen Meeresstellen schwankten wir dabei noch schön, so dass der Italiener direkt seekrank wurde und extrem litt. Ich war froh, als man ihn in eine Kabine brachte und er uns nicht weiter mit seinem Elend belästigte 😉

In Skjervøy stoppten wir für Orcas. Es war ein imposantes Schauspiel, wie sie jagten, zusammendrängten, schlugen und fraßen. Schade, dass hier keine Buckelwale beteiligt waren. Das Wetter war wieder mies, es schneite arg. Nach ca. 3 Stunden fuhren wir weiter Richtung Nordkap 🙂 zu den Buckelwalen. Vor unserem Boot schwammen ca. 20 Tiere. Leider war es stürmisch und somit sehr wellig, an Bord sehr glatt wegen des Schneesturmes, so dass wir von den Buckelwalen nicht so viel hatten wir am Vortag. Am Bug standen auch nur das französische Pärchen und ich, weil es irre glatt und wellig und die Reeling auch sehr tief war. Ein vom Bord fallen war fast vorprogrammiert. Aber wir blieben standhaft. Insgesamt muss ich aber sagen, war die Tour mit dem kleinen Schiff heute sehr viel schöner, an Bord herrschte eine familiäre Stimmung.

Wir bekamen sehr viele Getränke und diverse Sorten Kekse, diverses Obst (Bananen, Weintrauben, Mandarinen) sowie Fisch- bzw. Möhrchensuppe. Wir quasselten alle sehr viel gemeinsam mit Karlinka und hatten ordentlich zu lachen.

Zwischendurch war ich bei Kennet und Roger „auf der Brücke“ und betrachtete die Fahrt mit dem Autopiloten. In Tromsø zurück wurden wir von den Dreien jeweils herzlich verabschiedet.

Ich lief durch die Stadt und bei heftigem Schneesturm Richtung Tromsø Südspitze. Ich dachte, ich könne der Aurora entgegenlaufen, aber es war nicht möglich.

Also machte ich hier und da noch ein paar Fotos und kehrte zum Abschluss noch einmal bei den „Pastafabrikken“ ein, bevor ich zurück zum Hotel den Berg hinauf stiefelte und auch von dort aus den schneereichen Anblick der City genoss. Gute Nacht Tromsø.

 

Tag 6 – Abreise

Gegen halb 8 Uhr war ich wach, was soll ich rumliegen, nur weil ich ausschlafen kann? Ich zog mich an, verließ das Hotel mit Spikes unter den Füßen in Richtung Café Risø, bestellte dort einen Kaffee – und bekam einen mit Wal 🙂 

Wie schön!!! Dazu bestellte ich mir noch ein Croissant. Die Zimtschnecken waren leider noch im Ofen. Der „Wal“ blieb bis zum letzten Schluck.

Anschließend lief ich zum Hafen, genoss den wunderschönen Sonnenaufgang über dem Fjellheisen. So wundervoll. Einen kurzen Schlenker im Supermarkt später zog ich den Berg hinauf zurück zum Hotel und genoss von dort oben sehr lange den phantastischen Ausblick über die mit Schnee bedeckte City. Tromsø ist mit Schnee wahrlich viel schöner anzuschauen. Alles wirkt mit Schnee so sauber, es leuchtet in einem zarten Rosé und versprüht ein heimeliges Gefühl. Idyllisch. Im Hotel packte ich meine Sachen, checkte aus, lief zur Bushaltestelle, zog eine Karte aus dem Automaten (ohne Schwierigkeiten!), stieg in die Linie 42 und kam mit dem freundlichen Busfahrer ins Gespräch. Er, ein Norweger, konnte sehr gut deutsch ohne Akzent, weil er in den 70ern eine Brieffreundschaft hatte. Wahnsinn. Davon können sich so manche in D lebende Menschen eine ordentliche Scheibe von abschneiden!!! Auf dem Flughafen angekommen, zog ich am Automaten meine Bordkarte. Das Gepäck ließ sich nicht einchecken. Erst dachte ich an die LH-Email, die mir am Vorabend sagen wollte, dass ich auf dem Rückflug nur ein Handgepäckstück haben dürfe, aber später erfuhr ich, dass es einfach noch zu früh zum Einchecken war und das ausschließlich nach D gehende Gepäck extra eingecheckt werden musste. Mein Köfferchen wurde anstandslos genommen. Blöde LH, dass die einem solch Angst einjagen müssen.

Ich lief draußen noch etwas im Schnee herum, beobachtete den Fjord vor dem Flughafen, bis ich mich selbst eincheckte und wenig später im Flieger saß. Der Pilot machte mich mit seiner Aussage „alle, die auf der linken Seite sitzen, können die Stadt Tromsø gleich noch einmal von oben sehen“ sehr glücklich. Und so filmte ich das erste Mal meinen Abflug und die Stadt Tromsø aus der Luft mit meinem Smartphone. Etwas mehr als 3 Stunden später landeten wir in Frankfurt. Bis zur Abfahrt mit der Bahn verging noch einmal etwas Zeit, die ich nutzte, um meinen Wasserspeicher aufzufüllen. Dann rollte der Zug pünktlich ein, war aber dennoch unpünktlich, weil wir einen Schlenker über Worms machen mussten. In KA angekommen, lief ich zur Bahn, die direkt einfuhr und mich nach Hause brachte. Das lief doch mal ordentlich 🙂

Tja, so ist die Zeit irre fix vorbeigeflogen. Alles schon wieder nur Erinnerung. So schade, es war so schön.

Was ich in Norwegen neben der wunderschönen Landschaft und den wirklich freundlichen Menschen außerdem toll finde: Im Restaurant muss man immer direkt beim Bestellen bezahlen. So muss man nach dem Essen niemals nervig auf die Bedienung warten, sondern kann einfach gehen. Und man hat auch nie dieses Geplänkel, von wegen, wer bezahlt welche Runde für wen etc.   Sehr stressfrei!!!

2 thoughts on “Nordlichter und Wale – Tag 5 und 6 (Abreise)

  1. Und jetzt Polarlicht in Tromso auf NDR gucken… ich könnt schon wieder… 😀 😀 😀 Wir sollten uns für nächstes Jahr was einfallen lassen. 😉

    War schön, wir hatten eine tolle Zeit!
    LG Andrea

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