Vom guten ‚Kellerfrühstück‘ gestärkt ging es früh genug los zu unserer großen Tour Richtung Osten. Wir verließen Reykjavik auf der 49 und blieben auf der Ringstraße 1. Am Atlantik türmten sich die Wellen auf und stießen auf die weißem Schaum Eisplatten am Ufer. Leider war keine Parkbucht frei, um es zu fotografieren.

Am Seljalandsfoss war nach 130 km und ca. 2 Stunden Autofahrt unser erster größerer Stop. Auf dem schlaglöchrigem Parkplatz war schon gut was los. Als ich ausstieg, um den Parkschein zu lösen, fing es (natürlich) wieder an zu regnen.

Bächlein mit dem Wasserfallwasser

Der Seljalandsfoss

Ziemlich viel nass ringsrum

Der Wettergott war uns nicht gnädig, oder lag es daran, dass ich mein Knofibrot am Vortag nicht aufgegessen hatte? Es war regnerisch und stürmisch. Der Wind peitschte das Wasser vom Seljalandsfoss und auch den Regen derart umher, sodass wir klatschnass wurden. Es machte keinen Sinn, dicht an den Wasserfall heranzugehen, zumal wir noch bis zum Abend im Auto ohne Klimaanlage sitzen und an anderen Spots der Witterung ausgesetzt sein würden. Das Fotografieren mit Stativ und ND-Filtern war bei diesem Wetter einfach nicht machbar. Sehr schade, ich wäre gern hinter den Wasserfall gelaufen, was hier tatsächlich möglich gewesen wäre; ich verschob das Vorhaben auf den Folgetag zum Sonnenuntergang. Bei diesem Wetter hatte das wenig Sinn 🙁

Auf der Weiterfahrt sahen wir einen freistehenden riesigen Felsen mitten in der Landschaft. Gern hätte ich direkt angehalten, weil der Anblick phantastisch war. Aber ein Stop war erst am nächsten Parkplatz möglich. Für ein geniales Foto hätte ich die Straße weit zurücklaufen müssen. Schade. Immerhin war ein Schild angebracht: Weltnaturerbe „Drangshlid II“. Hier seht Ihr den Fels von der anderen Seite.

Er beherbergte 2 Geheimnisse. Eine Scheune.

Und 2 Häuschen.

Mit dem DDuster erreichten wir kurz nach diesem Stop den Skogafoss – ein weiterer sehr schöner großer Wasserfall, den man am Außenberg besteigen und sogar auf einer Aussichtsplattform von oben bewundern kann. Aber was soll ich sagen? Es hatte genau so lange aufgehört zu regnen, bis wir die Strecke vom DDuster zum Wasserfall zu Fuß erreichten. Island mochte uns scheinbar einfach nicht.


Erstaunlich fand ich, dass die riesigen Wasserfälle durch ziemlich flaches bächriges Wasser gespeist werden und beim Aufprall aus 60 m Höhe auch nur in einem Bächlein Richtung Atlantik weiterfließen.

Für einen Spaziergang am Skogafoss und den außerdem ‚geplanten‘ Kvernafoss blieb weder Lust noch Zeit.

Die Abfahrt Dyrholaey mit der Klippe und dem TorbogenFelsen im Meer haben wir auf der Ringstraße erneut wegen des prasselnden Regens und den Gummiwischern sowie der beschlagenen Scheiben im DDuster verpasst. Die AirCondition fehlt!!! 

Fast oben

Nach der steilen Auffahrt zum Gebirge und einem kurzen FotoStop war wegen der besseren Wetterlage rechts der Weg nach Reynisfjara tatsächlich zu sehen.

Bild oben Parken am Reynisfjara, Bild unten die Klippen von Dyrholaey – die Gischt weht ins Land

Der gefährliche schwarzer Strand mit Wellen, die unberechenbar sind, erreicht man nach wenigen Kilometern. Schon vom Parkplatz hörten wir das Grollen der übergroßen Wellen. Das Meer schien zu toben.

Am Strandweg, der mit vielen Schildern gesäumt ist und auf die Gefährlichkeit der Brandung hinweist, angekommen, bestätigte sich der Verdacht. Das Meer tobte. Hohe Wellen türmten sich auf. Ein Spaziergang links in die Nachbarbucht war wegen des hohen Wasserstandes gar nicht möglich.

Man beachte den links im Fels sitzenden Fotografen.

BasaltsteinHöhle, in der es extrem von oben tropfte.

Wellen

Immer wieder gab es dumme Menschen, die dicht zum Meer liefen und bei plötzlich auflaufender Welle flüchteten, wegen des LavaSandes, welches das Laufen erschwerte, hinfielen und glücklicherweise aber den Fluten entkamen.

An vielen Gewässern mag das ein nettes Spiel sein – hier war es lebensgefährlich, was die Statistik der toten Touris allmonatlich deutlich macht. **Im übrigen wurde dieser Strand nach unserem Besuch am Wochenende erneut gesperrrt, weil das Meer einigen vielen(!) Menschen den (Lava)Boden unter den Füßen weggerissen hat. Die Videos, die wir daheim zu sehen bekamen, waren entsetzlich!**

Auf der Rückfahrt zur Ringstraße haben wir nur kurz an der „Reyniskirkja“ gehalten; denn nach Tür auf, Fuß raus und dem Willen zum Aussteigen ‚und die Kamera schon im Anschlag‘ fing es wieder an zu regnen.

Wer dabei keine schlechte Laune entwickelt, ist ein Klotz von Fotograf. Spätestens jetzt fand ich mich (fast) damit ab: meine gute Fotoausrüstung hatte ich völlig umsonst mitgeschleppt – eine Fotoreise hier und jetzt zu praktizieren, war einfach nicht möglich. Das Glück ist mit den anderen. Immer. Leider.
Am liebsten hätte ich meinen FotoRucksack an der oberen Klippe genommen und aus dem Fenster ausgekippt. Dann hätte der Ärger endlich ein Ende gehabt :0(

In der Stadt Vik, die bekannt für ihre BergKirche und den Ausblick auf die andere Seite der ReynisfjaraFelsen ist, versuchten wir, an der Tankstelle den Reifendruck zu erhöhen – denn der DDuster gab seit einige Zeit ständig an, man sollte dies checken und bestätigen und verwehrte uns damit den Blick auf gefahrene Kilometer. Die „Vikkirkja“ habe ich lediglich von der Tankstelle und nicht vom höhergelegenen Friedhof aus bewundert.

Klippe von Dyrholaey

Ebenfalls von der TankstellenRückseite waren die Felsen von Vik zu sehen und das Grollen der Wellen zu hören.

Oben an der Kirche waren einige Touris zu sehen… Weiter gings – wir mussten noch vor 21 Uhr in Hali ankommen. Und das waren von hier aus noch mehr als 200 km und somit ca. 3 h Fahrt. Ständig hätte man gern anhalten, den Anblick von LavaFeldern, Fluss-, Mond- und Moos- Landschaften genießen und fotografieren wollen. Ab und zu musste das auch einfach mal sein.

Völlig andere Landschaft. Grün. Und: Bäume!

Kurze einsame Stopps auf Parkplätzen folgten. Das Moos sah kuschelig aus.

In Kirkjubaejarklaustur haben wir einen Kaffee-Hol-und-Wegbring- sowie TankStop an der N1 eingelegt.

An einem kleinen Foss – ein süßer Wasserfall direkt an der Straße – legten wir einen weiteren letzten FotoStopp

zum einzigen Sonnenuntergangsfoto für diesen Urlaub ein.
Es folgten viele einspurige Brücken. Es durfte zuerst fahren, wer zuerst da war. Das Einschätzen, gerade in der Dunkelheit, war oft schwierig. Man einigte sich immer. Und ganz oft waren wir eh allein an den Brücken. Kurz, bevor es duster wurde, fuhren wir auf unsere ersten türkis schimmernden Gletscherzungen vom Vatnajökull zu. Ein unglaubliches Gefühl, so was Großartiges zu sehen.

Endlich erreichten wir die Brücke von Jökulsarlon, zu sehen waren die Eisberge wegen der Dunkelheit leider nicht mehr. 13 km weiter befand sich unsere Bleibe für eine Nacht. CheckIn in „Gerdi’s Guesthouse“. Eine Minute zu spät – deshalb mussten wir warten, bis die Reisegruppe vor uns versorgt war. Eine Chinesin fragte immer wieder wegen des Zimmers nach, man hätte meinen können, sie war ‚chinesenblond‘ :O)

Dem jungen Mädel an der Rezeption tat ich zusehends leid, und so gab sie mir den Schlüssel zum Bungalow 3 mit Parkplatz vor der Tür so ziemlich nebenbei, während die Chinesin weiter bohrte. Wir bezogen unsere kleine Hütte.

Da es bei Gerdi’s im Restaurant nur Lamm und Fisch gab, entschlossen wir uns, zum noblen Museums-Restaurant auf dem Gelände zu fahren und den Abend gemütlich bei leckerem Essen ausklingen zu lassen. Auch ein Tröster-Dessert-Skyr (Quarkspeise, Eis, Sahne) gab es.
Keine Aurora, denn die war heute nämlich massig in Reykjavik zu bewundern. Die AuroraApp bimmelte unaufhörlich. Das Glück ist mit den Dummen… oder aber ‚wir sind zur falschen Zeit am falschen Ort – immer‘   😉

**Klick aufs Bild, wird’s größer**

1 thought on “ISLAND * 3. Tag * 06.02.2020 *

  1. Am Reynisfjara sind wohl in den letzten Tagen zwei Kinder ins Wasser gezogen worden. Ein Guide wollte wohl gerade die Eltern warnen, die etwas weiter weg waren, als es auch schon zu spät war. Der Isländer hat dann sein eigenes Leben riskiert, um die Kinder rauszuziehen, was er auch geschafft hat. Ich möchte an dem Strand kein Guide sein.
    Und hinter dem Seljalandsfoss war ich auch noch nicht. Steht noch auf der To-Do-Liste. Am besten bei Sonnenuntergang. 😉
    Schöne Erinnerungen kommen bei Deinen Berichten hoch…

    LG Andrea

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