Während J. schon schlief, beobachtete ich immer wieder die Wetter- und StraßenApps, sah zu, wie Straßen gesperrt wurden, schaute am Fenster und auf der App nach der Aurora und stellte schließlich den Wecker auf eine frühere Zeit als ausgemacht.

1.30 Uhr klingelte uns das Weckmonster raus. Der Mitreisende war nicht begeistert. In aller Ruhe machten wir uns startklar, auch die Zeit für einen Kaffee war noch drin. Gegen 2 Uhr checkten wir aus und stapften zum DDuster, der zwar nah am Hotel, aber völlig vereist auf uns wartete. Den DDusterEisPanzer überhaubt aufzubekommen, hui, bloß nicht am letzten Tag die Türgriffe abreißen. Langsam tuckelten wir über die eisige Straße Richtung Keflavik.

Die 1. Tankstelle verfehlten wir an der Ausfahrt wegen der Rutschbahn. An der 2. Tankstelle hatte ich die Tanksäule mit 1000 Kronen „gefüttert“, aber sie war nicht bereit, auch nur einen Tropfen Benzin auszuspucken (das Geld wurde nicht von der CreditCard abgebucht). Die 3. Tankstelle direkt an der Autovermietung arbeitete sogar schon vor ihrer eigentlichen Öffnungszeit, die Tanksäule wollte nur 500 Kronen. Die ca. 60 km hatten als ca. 2.5 Liter verbraucht. Den DDuster haben wir beim Vermieter auf den Parkplatz gestellt, uns von dem treuen, aber nun recht schmutzigen Gefährten, verabschiedet und seinen Schlüssel in den Briefkasten eingeworfen. Mit der dicken Tasche losgestapft, es lagen ca. 700 m vor uns. Plötzlich tauchte auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein ShuttleBus auf, hielt auf freier Strecke an und nahm uns mit. Diesmal murrte ich. Ich wäre auch gelaufen. So würde ich gleich den Weg noch einmal zurücklaufen müssen, weil ich doch das Fliegerdenkmal knipsen wollte. Nach Ankunft in der Flughafenhalle stapfte ich also nochmal allein los.

Wieder zurück schaute ich mir die umstehenden Automaten an, druckte das Kofferband und die beiden Tickets aus und schmückte unsere rote Tatonka mit der Fliegerbandarole.

Am BagDropOff stellte J. die Tasche aufs Rollband, ich scante den BandarolenCode, und dann wurde mir die Bandarole samt Tasche förmlich aus den Händen gerissen. Tschüß Tasche. Wir liefen herum, gingen nochmals raus… während J. am Kaffeetresen auf dessen Öffnung wartete, fand ich in einer Ecke versteckt einen Supermarkt, in dem ich die leckeren „Ballerina“ Kekse kaufte,

und gemeinsam tranken wir einen Kaffee bzw. einen veganen „FibreActive“-Smoothie.

An der Personenkontrolle beim CheckIn wurde ich – wie auch schon auf dem Hinflug – gebeten, meine Schuhe auszuziehen.

Oh nein…. hatte ich doch die beiden löchrigen Strümpfe noch ein letztes Mal angezogen. Wie peinlich. Egal, da musste ich jetzt durch. Völlig selbstbewusst, nur nach oben schauend, zog ich die Schuhe aus und bin mit den Schuhen in der Hand die 10 Meter an den Passagieren vorbei, zurück zum RöntgenKasten, um dann noch einmal auf den LochSocken durch die Schleuse zu laufen und die Schuhe durchfahren zu lassen 😀

Zum Gate C34 mussten wir eine ganze Weile durch das Terminal laufen. Dass der Flughafen so riesig ist, konnte man von außen gar nicht erahnen. Am letzten Shop grub ich meine Hände ein letztes Mal ins kuschelige Rentierfell…

Am Gate erfuhren wir von dem Sturm, der über Europa fegte und dass am nächsten Tag viele Schulen geschlossen bleiben würden. Na das konnte ja ein spaßiger Flug werden. Ich vertraute dem isländischen Piloten, der wusste mit Wind und Sturm ganz sicher umzugehen. Den tollen Film über die Sicherheitsanweisungen bestaunte ich auf dem Fensterplatz in der von mir ausgewählten letzten Reihe Nr. 41 sehr gern noch einmal. Wirklich clever gemacht. Leider drückte ich den falschen Knopf am Handy, somit war das Video, welches ich davon aufnehmen wollte, nur ein Foto. Mist. **Auf Youtube kann man es unter Icelandair In-flight safety Video anschauen**

Die Decke aus dem Video nutzte ich sehr gern, die Maschine schien nämlich auch von innen tiefgefroren; das graue Etwas war mega kuschelig und wärmte sofort.

Abflug. Irgendwie gewann der Flieger bei dem kräftigen Wind draußen nicht an Höhe, und ich brüllte in Gedanken ‚Zieh den Vogel hoch, zieh ihn endlich hoch!‘ Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis wir halbwegs oben waren. Der Flug war relativ ruhig. Über Schottland und Holland wurde es jeweils recht rappelig. Ich beobachtete den rechten Flügel und dachte ‚knick bloß nicht ab!‘. Was war nur los? Sonst hab ich nie Flugangst. Die hatte ich auch diesmal nicht, war aber durch die Unwissenheit, wie schlimm dieser Sturm werden würde, doch etwas bis sehr nervös.

Und dann flogen wir nach dem ganzen Gezappel bei schönstem Sonnenschein mit Sturmgebraus in Frankfurt ein. Und damit war unsere erste gemeinsame NichtTaucherReise zu Ende. Meine Tasche hatte es auch geschafft und purzelte als 115.! aufs heimische Rollband. Mit dem Shuttle ging es zum HolidayParking, diesmal über die Autobahn und mit dem Kangoo in aller Ruhe wieder nach Hause.

Resumée in wenigen Sätzen:

Island ist ein schönes Land mit einer atemberaubenden Landschaft und spektakulären Naturwundern in unwirklich schillernden Farben (wetterabhängig) sowie mega freundlichen Menschen. Dass wir mit dem Wetter solch Pech hatten, war von Island vermutlich nicht persönlich gemeint 😀  Die Essenskultur scheint gewöhnungsbedürftig, sofern man nicht auf Fisch und Lamm steht.

Und ja: Island ist teuer. Zu Recht!

Und ja: beim nächsten Mal weiß ich anders zu planen!

Und ja: man sollte die Autotüren nie loslassen, wenn man sie öffnet, der Wind bläst einfach zu heftig und kann die Türen abreißen.

Impressionen von unterwegs, wegen des Wetters mit Handy geknipst.

Absperrungen für „Durchfahrt verboten“ und ein Platzhalter als Fahrradständer

InfoSchild natürlich im Islandpulli und Müllschlucker

Flughafendetails

Graffiti in der Stadt

InnenstadtDetails

 

**Klick aufs Bild, wird’s größer**