Freitag

Der Tag begann mit dem HomeOffice, welches ich kurz vor halb 11 Uhr auch direkt in den Feierabend verabschiedete. Die Klamotten waren bereits gepackt, Fred vollgetankt, und so konnte ich auch gleich losdüsen. Bis hinter München lief es wirklich gut. Dann schlug aber das Wetter um. In den Nachrichten wurde vom langen Stau wegen Aquaplaning gesprochen. 87 min. Stillstand wegen Regen, darauf hatte ich keine Lust. Kurz darauf legte mir mein Navi auch schon das Verlassen der Autobahn nahe. Also folgte ich gehorsam und tuckelte über einsame Landstraßen dahin, machte eine Fotopause, denn auf meinem Weg regnete es nicht, genoss die Landschaft und fuhr weiter. Als das Navi mich erneut auf die Autobahn führen wollte, entschied ich spontan, bis zum Ziel auf der Landstraße bleiben zu wollen. Obwohl ich die Autobahn im Navi ausschaltete und mich an den Bergen gen Ziel orientierte, führte mich Herr Yoda immer wieder Richtung Autobahn. Kann man Österreich gar nicht via Land erreichen? Es gibt doch aber den Grenzübergang in Freilassing? Als ich sah, dass die Autobahn wieder frei war, fuhr ich dann doch drauf und kam gut und ohne Kontrolle über die Grenze. Nun war es bis zum Ziel nur noch ein Klacks. 90 Minuten später als geplant kam ich an und schlich mich von hinten erst ums und dann ins Haus 🙂  Wir begrüßten uns, und quasselten ausgiebig, bis wir kurz einkaufen fuhren. Ihr wisst schon: ÖsiSalz, ÖsiSchoki, ÖsiBier… Als wir an der Tankstelle vorbeifuhren, musste ich ungläubig nachfragen, ob in Ösiland auch der Euro als Zahlungsmittel galt. Solch Preise hatte ich ja noch nie gesehen 😀 Natürlich wusste ich um den Euro und tankte Fred günstig voll.

Wir saßen, nachdem wir auch an der Bühne in St. Georgen vorbeischauten, bis nachts zusammen, erzählten und tranken gemütlich ein paar Hugos. Gegen 1 Uhr stellte ich fest, dass der TauglGuide geschrieben hatte und auf eine Antwort wartete. Ups, das Wetter wäre wohl suboptimal, der Bach vielleicht ein reißender Fluss mit Hochwasser geworden, und er stellte jedem frei, ob man kostenfrei absagen wolle. Wollte ich nicht! Schon dreimal hatte ich den Versuch gestartet, in diese Schlucht zu gelangen. Nun wollte ich es durchziehen und schrieb ihm das auch kurz vorm Einschlafen.

Samstag

Kurz vor 7 Uhr kochte ich mir einen Cappu, trank diesen und fuhr los. Caro&Sohn waren auch schon auf, um den besten Radfahrer auf seinen letzten Metern vorm Ziel von „RaceAroundAustria“ anzufeuern. Ich begegnete ihm in Oberwang und gab natürlich Lichthupe. Als ich versehentlich an die Hupe kam, machte er einen kleinen Schlenker. Ups. Über die Autobahn verging die Fahrt wie im Flug. 9 Uhr war das Treffen am Gemeindehaus in St. Koloman angesetzt.

Überpünktlich kam ich an, traf auf einen Teili, quatschte ihn an und wartete mit ihm auf den Guide Manuel, der kurz darauf mit einer weiteren Teilnehmerin eintrudelte. Und dann ging es auch schon los. Mit meinen Recherchen aus den bereits gestarten Versuchen in den letzten Jahren lag ich also gar nicht schlecht. Am 1. Parkplatz zogen wir uns um. Ich entschied mich wegen des Wetters für den Neopren und ließ die Wathose im Auto. Gleich beim Abstieg an der 1. Location ratschte ich mir den Daumen auf, den ich, im Flussbett angekommen, im kalten Bergwasser blutfrei wusch. Gut, dass es niemand mitbekommen hatte – wäre mir peinlich gewesen. Wir kraxelten also den Berg hinunter und einige 100 m durch die Schlucht, so dass wir kurz darauf vor DEM Highlight standen. Wir fotografierten drauf los. Jeder hatte einen anderen Winkel gewählt. Ein NaturObjekt, was von zig Fotografen schon x-mal abgelichtet wurde. Fotos, die man schon fast gar nicht mehr sehen mag, weil jeder sie hat. Trotzdem: Nun also endlich auch von mir. Unglaublich schön waren die Wände der Schlucht. Tatsächlich rot und moosig grün. Ich konnte mich gar nicht satt sehen. Und so herrlich laut – die Wasserfälle knallten nur so auf das Steingeröll. Mit Blick auf die Uhr packten wir gegen Mittag zusammen und kraxelten aus der zum Teil feurigroten Unterwelt zurück nach oben zu unseren Fahrzeugen.

Den Neoprener ließ ich an, und so fuhr ich mit einer IKEAtüte unter dem Bopos auf meinem Fahrersitz zur 2. Location. Der Guide hatte dafür extra Müllsäcke dabei. Mitgedacht! An der 2. Location angekommen, dachte ich: Ach, na bitte, das war genau der Teil der Schlucht, den ich bei meiner letzten Suche gefunden hatte. Wir stiegen wieder hinab, fanden einige rutschige Wasserfälle vor, fotografierten, spielten mit Laub im Wasser, genossen das Rauschen und kraxelten zurück. Auch diesmal ging ich auf dem Rückweg vorweg… blieb aber mit dem rechten Fuß am Gestrüpp hängen und kippte wie eine Latte nach vorn um. Mist. Das hat mal ordentlich im Knochenapparat gescheppert. Das Knie schmerzte kurz, aber heftig. Meine Schulter fühlte sich lose an. Scheinbar nochmal gut gegangen 😉 Den restlichen Weg bergauf nahm ich wie eine Bergziege und setzte mich oben, auf die anderen wartend, auf die Brückenstraße. Unglaublich, was Schock und Adrenalin mit einem anstellen, welch Kräfte freigesetzt werden können. Ein Szenario, was hätte alles passieren können, wenn… ging mir durch den Kopf. Ich tastete meinen Brustkorb ab, nee, da hatte sich kein Ast durch meine Lunge gebohrt… Und das Knie war sicherlich unblutig geblieben. Ich glaubte fest daran, auch wenn es sich anders anfühlte…


Nach einer weiteren Pause mit Getränken und MüsliRiegel zogen wir uns um und fuhren zur 3. Location. Hier fanden wir nach einem weiteren Abstieg, bei dem wir uns alle mit den Brennessel-Pflanzen anlegten, einen kleinen schönen Wasserfall im breiten Canyonsaum vor. Die BrennesselWunden löschten wir jeweils direkt im Gebirgswasser. Die Sonne kam hervor, was das Fotografieren nicht einfacher machte.

Gegen 16.30 Uhr packten wir zusamen, krochen wieder bergauf zu den Fahrzeugen und fuhren zurück nach St. Koloman ins Café. Für das Tauglgries war es schon zu spät. Machte aber so gar nichts. Wir waren glücklich mit unseren 3 Locations. Und das Wetter hätte zum Fotografieren nicht besser sein können! Im Café ließen wir unsere Zeit bei Cappuccino und angenehmen Gesprächen ausklingen. Und dann war es auch schon an der Zeit, sich zu verabschieden. Schön war es!

Entgegen meiner ursprünglichen Planung, über Land zurückfahren zu wollen, bog ich auf die Tauernautobahn ein und war eine Stunde später wieder bei Caro & Family. Kurz umgezogen, und dann ging es zur Siegerehrung nach St. Georgen. 2 Teams (2er und Solo) aus Deutschland belegten die 2. Plätze. Die einzige Frau im Rennen (Schweiz) durfte in ihrer Kategorie den Sieg ohne Mitfahrer für sich einstreichen. Der SoloSieger fuhr 3 Tage irgendwas und hatte in dieser Zeit insgesamt nur 45 Minuten geschlafen. Wahnsinn! Einen weiteren Rekord hatte ein Luxemburger in den Tagen gebrochen, 915 km in 24 Stunden. Irre Leistung!

Nachts standen wir noch eine Weile an der Straße, bejubelten weitere Ankömmlinge, schauten in die Sterne; ich freute mich über 7 Sternschnuppen und ging dann bald schlafen.

Sonntag

Nach dem Frühstück überlegten wir, was man mit diesem schönen Tag anstellen könne. Sehr viele Touris waren am Mondsee und Attersee unterwegs. Und so fuhren wir auf den Gahberg und spazierten an der Sternwarte vorbei zur Kapelle, genossen den Ausblick auf die Berge rund um den Attersee.

Später gab es dort noch ein Eis, was ich dem Junior bereits bei unserem letzten Treffen in Bayern versprochen hatte. Nachdem wir im Garten noch etwas quasselten und den letzten Ankömmling, der aber nicht Letzter wurde, jubelnd ermunterten, rüstete ich mich zur Heimfahrt und war gegen 23.30 Uhr wieder daheim. Ein schönes Wochenende war wieder vorbei. Danke für die schöne gemeinsame Zeit an Caro!

… & so

Am Dienstag wollte ich mich eigentlich um meine Fotos am Laptop kümmern, doch dann sah ich aus dem Augenwinkel mehrmals ein Leuchten am Himmel. Und so verbrachte ich mit dem Stativ und der Kamera meinen Abend auf dem Balkon und probierte erstmals eine weitere Kamerafunktion 🙂 und ja, die Farben sind echt! Das Gewitter war 30 km entfernt und muss mit Hagel etc. lt. Erzählungen der in Malsch Ansässigen sehr heftig gewesen sein. Zu uns nach KA kam es gar nicht. Aber es war trotzdem sehr laut. Und so hab ich bis nachts auf dem Balkon gestanden. 🙈 diese Art von Fotografieren macht echt süchtig. Schade, dass wir so selten Gewitter haben. Toll war, dass bei uns weder Regen noch Wind aufzog und ich im Trockenen fotografieren konnte.

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2 thoughts on “JGZ-Log6 Ösiland & so

  1. Sehr schön…. das Wochenende, die Fotos und dass du da warst.

    1. Danke, dass ich da sein durfte!! Vielleicht klappt es in diesem Jahr noch einmal.

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